Technik » Die Bedeutung von Stickstoffmonoxid

Vor 1987 galt Stickstoffmonoxid (NO) in Bezug auf die menschliche Gesundheit hauptsächlich als in der Luft enthaltener Reizstoff. Dies änderte sich schlagartig, als man 1987 entdeckte, dass das Molekül im menschlichen Körper produziert wird und eine Schlüsselrolle bei der Signalübertragung einnimmt. Seit diesem Zeitpunkt wurden über 29.000 wissenschaftliche Arbeiten zu NO veröffentlicht – ein eindeutiger Beleg für den großen Umfang der Forschung, die man dem Thema widmete. In Anerkennung der medizinischen Bedeutung des Moleküls wurde den Wissenschaftlern, die die Rolle von Stickstoffmonoxid als biologischem Botenstoff entdeckt hatten, 1998 der Nobelpreis für Physiologie verliehen.

NO ist ein kleines gasförmiges Molekül mit chemischen Eigenschaften, die es auf einzigartige Weise zu einem idealen intra- als auch interzellulären Botenstoff machen. Da es ein ungepaartes Elektron besitzt, reagiert NO mit anderen Molekülen mit ungepaarten Elektronen, insbesondere mit Superoxid, das sich mit NO zu Peroxynitrit verbindet, einem hoch reaktiven und toxischen Radikal. Als neutrales gasförmiges Molekül kann NO über mehrere Zelllängen hinweg diffundieren, bestimmte Enzyme steuern und zelluläre Schlüsselfunktionen regulieren. Durch seine Fähigkeit, Enzyme über große Entfernungen zu steuern, in Verbindung mit seiner hohen Reaktivität mit anderen Molekülen kommt Stickstoffmonoxid eine einzigartige Bedeutung sowohl in der Signalübertragung auch in der Abtötung von Bakterien und Zellen zu.

Aufgrund dieser wichtigen Funktionen wird die Produktion dieses zentralen Mediators im menschlichen Körper streng überwacht. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich hinreichende Hinweise darauf, dass ein Mangel oder Überschuss von Stickstoffmonoxid im menschlichen Organismus zu zahlreichen Krankheiten und Störungen beiträgt. Erkrankungen und Zustände wie beispielsweise akuter Blutdruckabfall, intradialytische Hypotonie, Migräne, hämorrhagischer Schock, Gewebeabstoßung, rheumatoide Arthritis und Diabetes werden mit einer NO-Überproduktion assoziiert.

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein wichtiger Botenstoff, der in zahlreichen Körperregionen agiert und eine Vielzahl von physiologischen Prozessen steuert. Die übermäßige Produktion von Stickstoffmonoxid ist eine entscheidende Einflussgröße bei der Entstehung von Hypotonie und entzündlichen Prozessen im Rahmen von akuten wie auch chronischen Erkrankungen.

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